Schweinegrippe, äh, -preise auf Mallorca

29. Juli 2009

L’tur wirbt (hier bei Bild.de) derzeit mit „Schweinepreise auf Mallorca“ – ich weiß nicht, ob sie sich damit momentan einen Gefallen tun.

Mir kam jedenfalls bei „Schwein“ und „Mallorca“ als erstes „Grippe“ und nicht „sparen“ in den Sinn.

Schweinegrippe und -preise

Update: Heute auch mit passendem Schweinegrippe-Artikel :-)

Unister übernimmt travel24

4. Mai 2009

Der Schock sitzt tief: Meine absolute Lieblingsfirma geht dem Ende zu: Travel24 wird von Unister übernommen.

Zum Kaufpreis gibt’s keine offiziellen Angaben,  die Übernahme durch Unister erfolgt durch den Erwerb von Wandelschuldverschreibungen, die sofort in Aktien gewandelt werden. Hier die offiziellen Meldungen von Travel24 und Unister. Der Kaufpreis dürfte sechsstellig ausfallen, die Gläubiger der Travel24 werden aber froh sein, dass sie überhaupt ein paar Euro von ihrem Einsatz wiedersehen.

Was aber bezweckt Unister mit der Übernahme der Travel24 AG, die seit Menschengedenken nur Verluste schreibt?

Das bisschen Mehrumsatz wird’s wohl kaum sein – das Unister-Flaggschiff ab-in-den-urlaub.de generiert P-mal-Daumen gut 20 Mal so viel Umsatz wie travel24.com. Das kann Unister-Chef Thomas Wagner nicht wirklich interessieren.

Von der “ international nutzbaren Domain“ ist außerdem zu lesen – ob die Domain travel24.com tatsächlich einen relevanten Wert für die internationale Vermarktung hat mag ich nicht so recht glauben. Bei Sedo gibt’s ähnliche 08/15-Domains für ein paar hundert Euro… Eine in den Verbraucherköpfen existierende Marke „travel24“ gibt es nicht, schon gar nicht international. Wenn travel24 für irgendwas steht dann sind es Verluste und nicht gehaltene Ankündigungen. Der Sitz der travel24 wird von München an den Unister-Sitz Leipzig verlegt, so dass von travel24 kaum was übrig bleiben wird.

So, was also dann?

Ich bin kein Finanzexperte, aber mit etwas Phantasie kann man sich leicht ausmalen, dass die rund 80 Mio. € (!) Verlustvortrag die Herzen des Unister-Steuerberaters höher schlagen lassen werden. Dazu wird wohl einiger Umsatz auf travel24.de umgelenkt werden müssen, so einfach den Verlustvortrag vom Unister-Gewinn abziehen wird wohl nicht funktionieren.

Und allein der Börsenmantel der Travel24 ist sicher auch eine schöne 6stellige Summe wert. Wer weiß schon, was die umtriebige Unister GmbH sonst noch so alles vorhat, Stichwort Golfhotel usw.

Entsprechend auch der Kommentar von Thomas Wagner:

Die Börsennotierung der Travel24.com AG eröffnet uns langfristig attraktive Möglichkeiten im Bereich der Finanzierung von Projekten.

Mein Fazit: Für relativ wenig Geld sichert sich Unister die Vorteile (Verlustvortrag, Börsenmantel) der Travel24, deren größter unternehmerischer Erfolg damit erzielt ist, nämlich nicht in Insolvenz gehen zu müssen („unkaputtbar“, wie Dirk meint).

(Danke Jens für die Erinnerung ;-)

Neustart: Exciting travel

19. Dezember 2008

Jochen Krisch, Experte für social commerce und profunder Kommentator der Szene hat zusammen mit Co-Autoren einen Ableger seines blogs exciting commerce für den Reisebereich gestartet: Exciting travel.

Unter anderem gibt’s einen wöchentlichen Online-Flugpreis-Index. Ich freue mich auf die touristischen Beiträge zu Innovationsthemen und hoffe, dass das Niveau an die „Mutter“ exciting commerce heranreicht – davon geh ich aber einfach mal aus ;-)

Viel Erfolg!

Gratis Reisen?

19. November 2008

Gratis Reisen? Sowas macht irgendwie erst mal stutzig, da geht’s ja nicht immer so ganz seriös zu…

In dem Fall hier ist aber alles sauber: Nix-wie-weg.de feiert 12. Geburtstag und verschenkt daher am nächsten Samstag jede 12. Reise, die gebucht wird. Außerdem zählen auch alle Fanartikel, die an dem Tag gekauft werden mit.

Damit das ganze Verfahren auch transparent und nachvollziehbar ist, gibt’s eine Live-Übersicht über alle getätigten Buchungen (was grad live gebucht wird gibt’s bei Nix-wie-weg übrigens immer, also auch, wenn grad keine Reisen verschenkt werden).

So eine Aktion find ich persönlich viel besser und v.a. spannender als das oft übliche „Geburtstags-Rabatt“ oder „Geburtstags-Gewinnspiel“, bei dem eh nur Adressen gesammelt werden.

Bin gespannt, wie’s am Samstag läuft! (alle Details zur Aktion)

Sowas: Server abgestürz!

8. Oktober 2008

Tja, jetzt haben wir den Salat: Nachdem die weltweite Blogszene geradezu euphorisch über Flamingo-Hotelier berichtet hat, ist deren „Server abgestütz“:

Dadurch dass in so massive form die seite von www.flamingohotelier.com abgerufen wurde von allen Bloggers ist der Server abgestürz.
Jetz haben wir dieses techische problem gelöst, und so wenn du noch nich die Seite besuchen konntest jetz kannst du dass machen mit aller gemütlichkeit.

Ich werde den weiteren Werdegang dieser Firma aufmerksam verfolgen, mit aller gemütlichkeit.

Management der Reserven von Hotels

2. Oktober 2008

Bei einer solche Anfrage schreib ich natürlich was:

Hallo Blogger,

Wir mitteilen dir ausschließlich die Erwarteste Veröffentlichung der Welt des Tourismus.

Wir erhoffen das du uns mit offenen Armen aufnehmen wirst und dass du etwas von der veröffentlichung Flamingo Hotelier® herausgibst in deinen Blog.

Mit Herzliche Grüsse

Na dann viel Erfolg mit der „software für das management der reserven von hotels“ :-)

Das kfw-Überweisungsprogramm…

24. September 2008

Offtopic, aber hier sind Details der kfw-Panne – da hilft auch die beste Software nix :-)

(via ftd)

Vertriebskosten online und offline

18. September 2008

Johan Lundgren, CEO von TUI Nordeuropa hat die Kosten verschiedener Vertriebskanäle sowie die durchschnittlichen Umsätze je Buchung für Skandinavien gegenübergestellt. Ausgaben für’s Marketing sind hier nicht enthalten:

  • Internet: 3% Kosten – 705 € Reisepreis
  • Callcenter: 4% – 744 €
  • Eigene Shops: 5% – 818 €
  • Fremdvertrieb: 8% – 786 €

Wie man sieht ist das web erwartungsgemäß der günstigste Kanal (wie  gesagt: ohne Marketing!), generiert aber auch nur geringere Erlöse.

Sicher, die Zahlen gelten für den skandinavischen Markt. Dennoch dürften die reinen Kosten für den Internetvertrieb auch hierzulande etwa bei der Hälfte der stationären Kosten liegen. Und nochmal: Ohne Marketing (RoPo lässt grüßen).

Research online, purchase offline

17. September 2008

RoPo“ heißt die etwas seltsame Abkürzung für das Ergebnis einer äußerst interessanten Studie, die Thomas Golly von der Stragieberatung Sempora am 2. Kongresstag vorgestellt hat: Research online, purchase offline bezeichnet das Phänomen, dass fast ein Drittel aller Urlauber online recherchieren, aber dann im stationären Reisebüro, also offline, buchen! Das kenn ich noch aus den Anfangstagen Ende der Neunziger, wo sich Leute für die nette Online-Beratung bedankt haben, aber dann „doch lieber im Reisebüro“ buchen würden. Ich dachte, das Thema hat sich seit Jahren erledigt – denkste!

Die ausgeklügelte Studie (Unterstützt von TUI und Google) setzt auf dem GfK-panel Travelscope auf, ein paar hundert Teilnehmer wurden dann zusätzlich per Telefoninterview und Browser-plugin genauestens unter die Lupe genommen.

Die wichtigsten Ergebnisse:

1. 31% des touristischen Umsazes wird online recherchiert, aber offline gebucht. Im Detail:

    • (Recherche im) Reisebüro > (Buchung) Online: 8%
    • Online > Reisebüro 31%
    • Reisebüro > Reisebüro 49%
    • Online > Online 12%

      Das Umsatzvolumen von RoPo-Buchungen macht fast 6 Mrd. Euro aus. Und: Der Ropo-Anteil wächst, von 2004 bis 2007 um über 20%!

      2. Teure Reisen werden eher offline gebucht
      Ropo-Reisen sind 16% teuerer als der Durchschnitt, Online-Online-Reisen dagegen 16% billiger als der Schnitt.

      3. RoPo betrifft v.a die klassische Pauschalreisen, nicht etwa exotische Spezialangebote
      Welche Reisen betreffen RoPo-Buchungen v.a.? Ganz klassisch Segmente wie Pauschalreise, Badeurlkaub, 2 Wochen, 4 Sterne, All Inclusive, über 1000 €
      Der typische RoPo-Kunde: 24-50, oft auch Familien (weil: besonders risikoscheu)

      4. Die Online-Reisebüros (OTA) üben damit ein Steigbügel-Funktion für die klassischen Reisebüros aus. Wie sieht der Kaufentscheidunsprozess von RoPo-Kunden aus? Sie besuchen im Schnitt 0,9x ein Reisebüro, googeln 7,1x, besuchen 10,2 Reise-Websites, blättern 0,8x im Katalog und erhalten 0,9x Empfehlungen von Freunden.
      Interessant auch: Der Online-Anteil wird zur Buchung hin immer weniger, die erste Orientierung über den geplanten Urlaub (Reiseziel/-art und andere grundsätzliche Fragen) erfolgt für 66% online, während beim konkreten Angebot dann online nur noch für 18% eine Rolle spielt. Welcher Reiseveranstalter es werden soll ist z.B. erst ganz zum Schluß wichtig. Nur 2% der Kunden nutzen Reisecommunities.

      5. Die Bucher empfinden den Besuch im Reisebüro nach erfolgter Online-Recherche ergiebiger, die wahrgenommene Qualität der Reisebüros steigt. Keiner (!) empfand den Besuch eines Reisebüros nach der Online-Recherche als „nicht ergiebig“.

      6. Erfolgsfaktir Mensch: Der persönliche Kontakt gilt als Hauptgrund für die Offline-Buchung:

      • Persönlicher Kontakt 67%
      • Kompetentes Personal 43%
      • Gute Erfarunngen/Vertrauen 41%
      • Fragen im persönlichen Gespräch klären 36%

      Fazit: Da geht er also hin, der schöne Etat für Google-Adwords ;-) Für stationäre Reisebüros wird damit die Beratungskompetenz immer wichtiger – was jeder im Web lesen kann braucht ein Expedient nicht nochmal erzählen. Den Online-Reisebüros macht v.a. der fehlende persönliche Kontakt zu schaffen. Ein weiteres Indiz übrigens, dass wir bei Nix-wie-weg.de nicht ganz falsch liegen, wenn wir weiter daran arbeiten, unsere Mitarbeiter in den Vordergrund zu stellen.

      fvw-Kongress: Communities

      16. September 2008

      … weiter vom fvw-Kongress:

      Marc Charron von Tripadvisor stellte seine Community („Weltmarktführer“) vor und hatte u.a. auch ein paar Tipps für den Aufbau von Communites parat: Nutzer einbinden, keine leeren Seiten (Motto „first review is the hardest“‚), den Leuten was zu tun geben mit Umfragen usw. Tripadvisor ist sicher riesig, meiner Meinung fehlt dieser wie vielen anderen Communities oder Reiseforen wie Holidaycheck die Ordnung des ganzen: Such mal nach einem Hotel mit großem Kinderpool und gutem Essen. Erst nach 3 Tagen Foreneinträge lesen weiß da mehr… Die Kunst der richtigen Aggregation der Beiträge und Bewertungen beherrscht noch niemand.

      Ob Communities die besseren Reiseberater sind wollte fvw-Chefredakteur Klaus Hildebrandt dann von Andreas Heimann (Derpart), Ralf Eggert (Travello) und mir wissen. Heimann kritisierte v.a. die fehlende Verantwortlichkeit bei der do-it-yourself-Beratung. Verantwortung weniger im rechtlichen Sinne als vielmehr als Entscheidungsdilemma: Informier ich mich selbst und les zig Beiträge von anderen Urlaubern usw. bin ich am Ende auch selbst für meine Entscheidung verantwortlich und hab keinen (Reisebüromenschen), dem ich einen misslungenen Urlaub in die Schuhe schieben kann. Heimann will seine 2000 Derpart-Expedienten online bringen, so ähnlich wie wir das mit unseren Nix-wie-weg.deMitarbeitern (von der Vorstellung über Mitarbeiter-Tipps in der Hotelstrecke bis zur persönlichen Durchwahl) im Kleinen machen. Da hat er sicher noch eine gehörige Motivationsaufgabe vor sich, jeden einzelnen Mitarbeiter vom Nutzen zu überzeugen.

      Das Thema wird auch hier sicher noch zu vertiefen sein. Jetzt freu ich mich erstmal auf die Bahn-Party :-)

      Und das Interessante am fvw-Kongress sind ja außer dem Themen v.a. immer die Leute: Man trifft alle und jeden und an interessantem Gesprächsstoff fehlt’s nun wirklich nie.