AIDA siegt gegen Aidu.de
Das Landgericht Köln hat heute entschieden, dass Aidu.de den Namen „Aidu“ im geschäftlichen Verkehr nicht mehr verwenden darf. Andernfalls droht ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro. Geklagt hatte Aida Cruises, die eine starke Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Firmennamen sah. Das Gericht gab damit der Anklage praktisch in allen wichtigen Punkten Recht. Rechtskräftig ist das Urteil allerdings noch nicht, Aidu hat bereits Berufung eingelegt, jetzt muss das Oberlandesgericht entscheiden.
Sollte sich an der Rechtslage nichts mehr ändern dürfte das ein herber Schlag für Aidu.de sein, da v.a. die Platzierungen der in den Suchmaschinen der über 100.000 Seiten damit wohl hinfällig sind. Die umfassenden Online-Werbekampagnen des Leipziger Aidu.de-Betreibers Unister GmbH hingegen sollten recht schnell auf eine neue Domain umgestellt sein. Ich kenne das genaue Urteil nicht, möglicherweise gibt’s aber die Möglichkeit einer nicht-touristischen Verwendung (d.h. ohne Verwechslungsgefahr mit AIDA) für die gut eingeführte und hochfrequentierte Domain.
Am 9. Februar 2007 um 11:08 Uhr
Update: Eine Löschung der Internetseite hielten die Richter nicht für erforderlich. Allerdings darf das Portal nicht mehr für Angebote der Reisebranche genutzt werden (Az. 31 O 439/06).
Am 22. Februar 2007 um 21:07 Uhr
Um die Suchmaschinenplatzierungen wuerde ich mir noch so viele Sorgen machen. Den Robots laesst sich ohne weiteres per “redirect permanent” in der .htaccess beibringen, dass sich die url geaendert hat.
Am 10. März 2007 um 21:58 Uhr
Wenn das Original und die andere Firma beide in Deutschland sitzen, ist es meißt nur eine Frage der Zeit, bis derartige Angelegenheiten vor Gericht landen.
Wenn die Firma mit dem ähnlichen Namen aber im Ausland sitzt, wird es schon etwas schwiriger.
Ich konnte in der Dominikanischen Republik schon mehrfach Reisebüros und andere Firmen sehen, die wohl recht bewußt ihren Namen ähnlich wie bekannte deutsche Firmen gestaltet hatten. Der eine oder andere unbedarfte Urlauber hält dann schon mal so eine Firma für den ausländischen Ableger des aus der Heimat bekannten Unternehmens. Das führt zum einen oder anderen unberechtigten Vertrausensbonus. Sollte die Leistung vor Ort schlecht ausfallen, kann das schon mal zu einem völlig ungerechtfertigten Imageschaden der deutschen Firma führen.
Gruß
Marcus
Am 15. März 2007 um 21:06 Uhr
[...] Kleingeld in der Portokasse haben, holen sich zwar Domains die ihnen gar nicht gehören. Siehe AIDA – Ab-in-den-Urlaub Rechtsstreit. Und bei sowas soll man machtlos [...]
Am 1. April 2007 um 23:11 Uhr
Wenn natürlich nur ein Buchstabe unterschied ist, kann man es verstehen. Bei der Domainknappheit sollte jedoch schluß mit dem Machtkampf sein.
So klagt derzeit expedia.de gegen expado.de. Gigant gegen kleines Unternehmen. Hier ist keine Verwechslungsgefahr. Aber es wird trotzdem geklagt. Schade das es große Konzerne so nötig haben auf alles loszuklagen was vielleicht mal groß werden könnte. Dabei gibt es namen wie expedio.de oder expedias.de. Da wird nicht geklagt sondern an expado.de der langsam größer wurde. Schade das es schon soweit ist. ….
Am 3. Mai 2007 um 23:33 Uhr
Und Spam-Mails verschicken die aidu-Leute. Scheint ein eher übler Laden zu sein.
Am 28. Mai 2007 um 00:14 Uhr
Wenn ein Buchsabeunterschied darüber entscheiden soll ob ein Unternehmen in der gleichen Branche tätig sein darf, dann sollten sich viele kleine Domainbesitzer warm anziehen. Denn letztendlich wird bei grösseren Domainnamenunterschiede doch der finanziell Stärkere gewinnen. Wie es bei uns der Fall war. expedia.de hat uns expado.de angeklagt. Der Name wäre sehr identisch. Schade das wir nicht die großen finaniellen Möglichkeiten hatten um dagegen anzugehen. Somit mussten wir unsere seite schliessen und uns koplett neu mit dem Namen lepada.de einrichten. Den Namen Lepada.de und lepado.de haben wir nun schützen lassen, damit uns dies nicht wie Aidu/Aida jemand anzeigen kann. Denn lepada.de hat in der Reisebranche zum Glück niemand ähnliches….
Am 1. Juni 2007 um 16:33 Uhr
[...] Wie berichtet könnte das Online-Reisebüro Aidu.de bald einen neuen Namen brauchen – auch in 2. Instanz vor dem Oberlandesgericht Köln konnte sich die Aidu-Betreiberin Unister GmbH nicht gegen die klagende AIDA Cruises durchsetzen. [...]
Am 10. Juni 2007 um 01:22 Uhr
Obwohl wir von der gleichen branche kommen, finde ich es schade, daß AIDU verloren hat. Denn hätte AIDU gewonnen, wäre in Zukunft nicht jedes Unternehmen, der einen ähnlichen Namen hat gleich vor Gericht gezogen. Jeder der im Internet bucht, weiss eigentlich, daß AIDU nicht gleich AIDA ist. Oder das Lepada.de nicht gleich Lepida.de ist. Deshalb finde ich, daß durch solche Prozessergebnisse mehr Unternehmen klagen, als eigentlich nötig. Dadurch wird AIDA jetzt auch nicht die Umsätze verdoppeln. Aber schade, daß hier zwischen den Großen Unternehmen hier immer öfter ein Machtkampf entstehen wird.
Am 18. Juni 2007 um 15:39 Uhr
Im Endeffekt ist der Schaden durch negative PR für AIDA wahrscheinlich größer als für AIDU.
Der Reisende wird eh nach wie vor von AIDU sprechen, weil ihm “Ab-in-den-Urlaub” einfach viel zu lang ist.
Am 30. Juni 2007 um 01:14 Uhr
Oft ist es aber auch nicht nur der Name, der einem eingeführten Portal sehr ähnlich ist. Ich habe schon Seiten gesehen, die das eigene Layout der Seite so stark einem eingeführten Portal nachempfinden, dass man ohne das Logo Probleme hat, Original und Plagiat zu unterscheiden.
Solchen Kopien geschieht es recht, wenn sie dichtgemacht werden, da sie einfach zu wenig eigene Kreativität aufbringen und nur darauf abzielen, von der Ähnlichkeit zum Original zu profitieren.
Am 1. Juli 2007 um 00:15 Uhr
Hallo.
ca. 1400 Prozesse werden jedes Jahr wegen Domain und sonstiger Internetähnlichkeiten geklagt. Viel Geld wird hier von den großen Firmen investiert. So wie oben beschrieben bei AIDU.de und AIDA.de oder lepada.de und expada.de . Ich denke hier sollt die Gesetzgebung deutlichere Gesetzte entwerfen um vielen Unternehmen Prozesskosten und Zeit zu sparen. Denn hier wüsste dann jeder wie er welche Domain nutzen kann.
Am 17. Juli 2007 um 13:31 Uhr
Also wir haben in Betriebswirtschaftlehre gelehrnt das eine Marke
wie AIDA schon länger besteht als die Domain, dann kann das Unternehmen
die Domain einklagen, und bekommt in 99 % der Fällen die Domain bekommen. Soll vor Domaingrabbing schützen. Für mich wäre das auch
ein absolut logischer Gesetzesentwurf.