fvw-Kongress: Shortcuts

Hier noch ein paar Schnipsel aus verschiedenen Vorträgen vom fvw-Kongress in Köln:
  • Brent Hobermann, Lastminute.com-Gründer und -Chairman, rechnet für 2007 mit einem Wachstum des europäischen Online-Reisemarktes von 42%. Das schöne am Online-Travel sei, dass man relativ billig Ideen ausprobieren könne. Hobermann: „Wer nicht mindestens 5 Projekte pro Jahr in den Sand setzt, arbeitet nicht hart genug!“
  • Außer einer PR-Show mit Vorstellung einiger Google-Produkte (Earth, Adwords,…) hatte Esteban Walther, Head of Travel Google Europe, nicht viel zu bieten. Aber egal, die wahre Pole Position in der Reisebranche hat in jedem Fall Google inne: Egal ob virtuelle oder klassische Veranstalter, Leistungsträger, Vertrieb oder irgendein anderes Geschäftsmodell dazwischen letztendlich das Rennen machen sollte – werben werden sie alle alle bei Google.
  • Drei Wirtschaftsjournalisten hielten der Reisebranche den Spiegel vor und rückten die brancheneigene Sicht ein Stück weit zurecht: „Vom radikale Wandel, von dem die Reisebranche seit Jahren v.a. zur ITB regelmäßig spricht, kann ich wenig feststellen. Seit jahren ändert sich wenig“ stellte Andreas Möser (Reuters) fest. Dinah Deckstein (Spiegel) pflichtete bei: „Selbst Siemens als Großtanker ändert sich schnell im Vergleich zur Touristik“. Ihr Tipp an die Branche: „Nicht so viel reden, machen!
  • Micheal O’Learys (Ryanair) Botschaft war so simpel wie seine Show unterhaltsam: „Low fares“. Dass er dabei auch mal Äpfel mit Birnen vergleicht oder Lübeck zum Hamburg zählt sei ihm hier nachgesehen. Als perfekter Verkäufer hämmert er seine low-fares-Botschaft mit rund 53 Wiederholungen in die Köpfe seines Publikums. Ein paar Neuigkeiten gab’s auch: Die Zahl der Strecken ab Deutschland soll sich auf 160 verdoppeln. Weitere 4-5 deutsche Flughäfen will er dazu anfliegen.
  • Air Berlin-Chef Joachim Hunold hatte es danach natürlich entsprechend schwer, mit nüchternen Fakten und Argumenten gegen den bühnenreifen Auftritt seines schlagfertigen Konkurrenzten zu argumentieren. Rund 65-70% der Air Berlin-Buchungen kommen derzeit online.
  • Ob Airline-Sites das Zeug haben, sich zu zentralen Reiseportalen zu entwickeln, konnte von den Airlinern (Roland Eppler von HLX und Alexander von Koslowski von Travelchannel/Travel Overland) keiner sagen. Bei HLX machen Zusatzleistungen wie Hotels, Mietwagen oder Versicherungen derzeit gerade mal 5% vom Umsatz aus. Man wolle den Anteil zwar ausbauen, dirrekt Begeisterung war bei dem Thema „mehr-als-nur-Flüge-verkaufen“ aber nicht zu vernehmen.

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