Ryanair sperrt Vtours aus

Vtours darf ab sofort keine Ryanairflüge mehr zu seinen Pauschalreisen mischen. Der irische Billigflieger hat es Vtours per gerichtlicher Verfügung untersagt, weiter die Tarife von der Ryanair-Website abzugreifen.

Offiziell stößt sich Ryanair am „screen scrapen“, also einer Art Datenklau durch systematisches auslesen der Ryanairtarife von deren Website. Das sei in den Nutzungsbedingungen von ryanair.com grundsätzlich untersagt. Durch screen scraping würden z.B. nicht immer die günstigsten Tarife ermittelt oder nicht immer alle Bedingungen, Flugzeitänderungen etc. korrekt an die Kunden weitergegeben. Weitere Details in der Pressemitteilung von Ryanair.

(Technisches Detail: Vtours selbst liest wohl gar nix von der Ryanair-Site aus, vielmehr spielt die Softwareschmiede Partners die Flugdaten ins Traveltainment-System ein, wo die Reisen dann – nicht nur von Vtours alleine – gemixt werden)

Grundsätzlich wehrt sich Ryanair seit jeher gegen jede Art vom Fremdvertrieb. Alle Macht der eigenen Homepage, lautet die Devise. Mit Zusatzleistungen wie Versicherungen, Mietwagen oder Hotelzimmern verdienen die Iren schließlich einiges Geld (ebenso wie mit zahlreichen Zusatzgebühren für Gepäck, Check-in oder Verpflegung) – der Flug selbst deckt ja kaum die Kosten.

Ob sich Ryanair durch ein striktes Fremdvertriebsverbot allerdings einen Gefallen tut, in dem es auf zahlreiche verkaufte Flugsitze verzichtet bezweifelt u.a. Dirk Rogl. Betroffen sind ja prinzipiell alle virtuellen Veranstalter.

Aus Reisebüro-Sicht würde es mich allerdings freuen, wenn künftig keine Ryanair-Flüge ins Reisepaket rutschen: Die meisten Kunden wissen nichts von den zahlreichen Zusatzgebühren, die noch auf sie zukommen und reagieren entsprechend „erfreut“ – und die günstige Paketreise ist mit einem Mal gar nicht mehr so günstig…

Aber noch handelt es sich ja nur um eine einstweilige Verfügung, Vtours hat dagegen rechtliche Schritte angekündigt.

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2 Reaktionen zu “Ryanair sperrt Vtours aus”

  1. Marco

    Eigentlich ist es auch Kundenfreundlich und Imagefördernd für Ryanair. Denn auch ich habe selber schon erleben müssen, das Vtours den Preis im nachhinein ändern musste. Das kommt dadurch, das wie im Artikel beschrieben die Preise nicht aktuell hinterlegt sind. Die werden dann erst durch die Buchung aktualisiert.

    Ebenso stand ich 2 Stunden zu früh am Flughafen, weil durch das screen scraping die UTC Zeit übermittelt wurde und nicht die MEZ.

  2. BeachNews.de » Blog Archive » Ryanair muss über andere Anbieter verkaufte Tickets anerkennnen

    […] dazu auch beim Touristikblog. Geschrieben am 27. August 2008 um 00:01. Geschrieben in: Recht. Kommentare verfolgen via RSS 2.0 […]