Stornopool steht zum Verkauf

Das Projekt Stornopool steht bei Sedo zum Verkauf. Das Geschäftsmodell des Anbieters:

Stornopool vermarktet stornogefährdete Reisen. Das Konzept: Ist jemand verhindert, kann er seine bereits gebuchte und oft sogar schon bezahlte Reise bei Stornopool öffentlich anbieten. Der Vorteil: Der Anbieter der Reise spart einen großen Teil der Stornogebühren, wenn jemand anderes für ihn den Urlaub antritt.

Das Konzept wurde schon öfter aufgegriffen, durchsetzen konnte sich das aber nirgends. Die Domain Stornopool.de hat rund 15.000 Besucher pro Monat.

Endkunden, die einmal im Leben eine Reise stornieren haben sicher andere Sorgen (=den Stornogrund), als ihre Reise irgendwo anzubieten und für Reisebüros fehlt m.E. eine Schnittstelle aus der Toma-Maske o.ä., so dass die stornierten Reisen einfach und halbautomatisch an Stornopool übermittelt werden könnten.

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11 Reaktionen zu “Stornopool steht zum Verkauf”

  1. Kristine S.

    Lieber Verfasser, ich schreibe Ihnen als Betroffene. Endkunden die einmal im Leben eine Reise stornieren und dafür Euro 2.253 als Stornogebühr bezahlen müssen, was für mich eine Menge Geld ist, haben wohl die eine Sorge, ob man diese hohe Summe nicht reduzieren kann. Ich hatte mein Reisebüro nach einer solchen Möglichkeit gefragt. Meinem Reisebüro war es aber anscheinend völlig egal das ich stornieren musste. Durch surfen im Internet bin ich zufällig auf die Seite von Stornopool gestoßen und habe mit denen auch telefoniert. Die Mitarbeiter dort haben mir gesagt, dass die Reisebüros über Stornopool bescheid wüssten. Was mich bitter enttäuscht und ärgerlich macht ist, dass mein Reisebüro mich auf die Existenz dieser Seite nicht aufmerksam gemacht hat. Leider war meine Reise schon storniert und konnte deshalb nicht mehr angeboten werden. Diesen kleinen Gefallen hätte ich als langjähriger Kunde erwarten dürfen. Ich werde diesem Reisebüro als Kunde nicht mehr zur Verfügung stehen.

  2. Martin

    Also, ich arbeite zufällig in einem Reisebüro und habe von Stornopool erst durch diesen Bericht im Touristikblog erfahren. Ich frage mich, wie die Betreiberfirma von stornopool.de die Frechheit haben kann, einfach zu behaupten „die Reisebüros“ wüssten von der Existenz des Angebots. Woher denn? Vielleicht hat Stornopool ja mal irgendwann eine Info rausgeschickt, mag ja sein. Aber deshalb dreist zu behaupten, jeder würde sie kennen…

    Also: Dem Reisebüro kann man da wirklich keinen Vorwurf machen, es hat ja schließlich rein gar nichts davon, wenn es einem Kunden nicht weiter helfen kann.

  3. Kristine S.

    Sehr geehrter Herr Martin, ich habe nur geschrieben, dass die Reisebüros über Stornopool bescheid wüssten. Wieso Sie so hart mit Aussagen wie „Frechheit und dreist“ argumentieren, kann ich nicht verstehen. Nun habe ich mit Stornopool nochmals telefoniert, da es nicht meine Absicht war und ist, dieser Firma Schwierigkeiten zu bereiten. Im übrigen sind die Mitarbeiter dort sehr hilfsbereit und freundlich. Man hat mir erklärt, dass es für die Reisebranche eine spezielle Firma gibt (Infox), die alle Reisebüros mit Informationen und Kataloge versorgen. Über diese Firma hat Stornopool anscheinend in 2006 monatlich Information über sich, an alle Reisebüros versandt. Deshalb die Mitteilung, dass die Reisebüros bescheid wüssten.
    Zu Ihrem „Also“ möchte ich als Betroffene sagen: Natürlich hat mein Reisebüro was davon, wenn es mir als Kunden behilflich ist und mir einen Tipp gibt. Damit wäre mir mehr als weitergeholfen gewesen. Hätte ich doch evt. viel Geld sparen können. Ich sehe das als Kundenservice. Oder endet dieser mit der festen Buchung? Können Sie nachvollziehen wie es ist den lange geplanten Urlaub, auf den ich mich sehr gefreut habe, nicht durchführen zu können und dann auch noch so viel Geld bezahlen zu müssen?
    Vielleicht reden Sie ja mal selbst mit der Firma. Ich habe Auskünfte und Tipps bekommen, auch für die Zukunft, die ich eigentlich von meinem Reisbüro hätte erwarten dürfen.

  4. Martin

    Hallo Kristine S.,

    so etwas in der Art hatte ich mir schon gedacht. Über Infox werden regelmäßig riesige Mengen Werbung an Reisebüros verteilt. Wer auf diesem Wege wirbt und dann Kunden gegenüber behauptet, die Reisebüros wüssten über das Angebot bescheid, handelt meiner Ansicht nach wirklich nicht seriös. Wie gesagt, ich arbeite in einem Reisebüro und stornopool.de war mir trotzdem nicht bekannt. Und wenn Stornopool das Gegenteil behauptet, dann empfindende ich das schon als Frechheit und Dreistigkeit.

    Dass Ihr Reisebüro etwas davon hat, wenn es Ihnen beim Weiterverkauf der Reise unterstützt hätte, sehe ich genauso. Daher hatte ich ja auch geschrieben „Dem Reisebüro kann man da wirklich keinen Vorwurf machen, es hat ja schließlich rein gar nichts davon, wenn es einem Kunden NICHT weiter helfen kann.“ Also kann man doch davon ausgehen, dass es Ihnen nicht absichtlich nicht geholfen hat, sondern schlichtweg Stornopool nicht kannte (wie wohl die meisten Reisebüros, vermute ich).

  5. Martin

    Kurze Umfrage in unserer Teeküche: Meine beiden Kollegen kennen Stornoppol – seit sie vor ein paar Tagen hier im Touristikblog davon gelesen haben. So wahnsinnig gut schlug die Werbung letztes Jahr wohl nicht ein…

  6. Touristikblog.de » Blog Archiv » Stornopool steht doch nicht zum Verkauf

    […] Touristikblog.de Infos & Meinungen zur Online-Touristik « Stornopool steht zum Verkauf […]

  7. Ralf-Gunnar Ludwig

    hallo kristine,

    auch ich betreibe ein reisebüro und ehrlich gesagt, habe ich meinen kunden stornopool bisher nicht empfohlen und werde es wohl auch in zukunft nicht tun.

    mir ist die rechtliche lage einfach zu unsicher, da durch die „namensänderung“ nicht etwa ein neuer vetrag zustande kommt, sondern der ursprüngliche reiseanmelder weiterhin zumindest mithaftet.
    ist bei dem (dann) reisenden also nichts zu holen, haftet der erstanmelder.

    tut mir leid, aber m.e. gibt es hier zu grosse risiken bzw. rechtslücken und im schlimmsten fall müsste ich als reisebüro vielleicht sogar noch haften, wenn ich meinen kunden zu stornopool rate und dieser dadurch einen schaden erleidet.

    und selbstverständlich lassen sich solche hohen stornokosten reduzieren, durch den abschluss einer reiserücktrittskostenversicherung bei reisebuchung und darauf wird sie ihr reisebüro sicher auch hingewiesen haben.

    dennoch kann man natürlich erwarten, dass einem das RB mit rat und tat zur seite steht, wenn der fall dann doch mal entritt und sei es mit einem kulanzantrag bei dem reiseveranstalter.

    cheers
    ralf-gunnar ludwig

    *Hinweis: § 651b BGB (s. Ziff. 2 Abs. 1 AGB) lautet:
    § 651b BGB Vertragsübertragung :
    2. Tritt ein Dritter in den Vertrag ein, so haften er und der Reisende dem Reiseveranstalter als Gesamtschuldner für den Reisepreis und die durch den Eintritt des Dritten entstehenden Mehrkosten.

  8. Charterpartner Yachtagentur

    Hallo – ich habe mit Stornopool nichts zu tun, halte es aber für eine nicht üble Idee. Daß es rechtliche Probleme gibt, ja, die kann man evtl. lösen.

    Was ich für betrüblich halte ist, daß das Reisebüro sich so uninteressiert zeigt. Ja. Es ist mühsam(er), solch einem Kunden wieder aus dem Schlammassel zu helfen, als eine neue Reise zu verticken. Und natürlich will man lieber ZUSÄTZLICH eine Reise loswerden, als ohne Prov nochmal, und dazu kompliziert und rechtlich evtl. problematisch unbezahlt tätig zu werden. Aber vertut das Reisebüro damit nicht eine Chance?

    Wir als Yachtcharteagenten haben ähnliche Fragestellungen und WENN so etwas passiert, klar, Reiserücktrittsversicherung usw.

    Aber wir bemühen uns schon darum, im Adresspool einen Ersatzkunden zu finden – der zahlt natürlich viel weniger, aber oft ist 50% Verlust ja schon besser als 100%, oder?
    Und sicher wird ein Reisebürokunde, dem man behilflich ust, eine Aufwandsentschädigung akzeptieren – wer das nicht tut, gehört wirklicjh rausgeschmissen ;-)

    Letztendlich geht aber der Trend zum Internet-buchen – wer dem entgegenwirken und überleben will, als Reisebüro und Angestellter dort, sollte schnellstens umdenken. Aus solchen Problemen generieren sich die treuesten Stammkunden. (man muß Grenzen setzen, sonst wird man gnadenlos ausgenutzt, aber DAS muss man halt auch lernen….)

    Sonst kann der kUnde tatsächlich gleich ins Internet gehen. Was soll er sonst im Reisebüro? Sich Prospekte vorlesen lassen???

    Nix für ungut, aber Manchen geht´s einfach (noch) zu gut oder die haben die Zeichen der Zeit noch nicht begriffen.

    Salve
    H.

  9. Jens Kasper

    Auch meinen Beitrag dazu. Ich wollte am 2.09.2007 nach Ägypten fliegen. Seit Januar gebucht über Internet bei FTI. Da ich bzw. wir nie krank sind, dachte auch keiner daran eine Reiserücktrittsversicherung zu machen. Leider ist der Fall aber eingetreten.

    Nach Anrufen von meiner Lebenspartnerin bei denjenigen Reiseveranstalter, war keinerlei Initiative jenerseits spürbar. Frage über Umbuchung 1-2 Monate später, kam die Antwort unmöglich.

    Mich regt auf das man wohl weniger Arbeit hat einem das Storno aufzubrummen 3/4 des bezahlten Reisepreises, als wenn man diese Reise im Flughafen als Last-Minute hätte versucht zu verkaufen. Der Kunde – also wir, werden total alleine gelassen.

    Wenn solche Leute ein Fahrzeug besitzen und es in die Werkstatt bringen wollen, verlangen die auch guten Service (bin als Serviceberater bei einem Autohaus tätig). Dasselbe hätte ich auch von einem Reiseveranstalter erhofft. Aber man irrt sich eben manchmal.

    Nun beruht meine/unsere letzte Hoffnung noch auf „Stornopool“.

    Viele Grüße Jens Kasper aus Thüringen

  10. Sven Maletzki

    Bei so vielen Kommentaren, fällt mir doch glatt auch ein Kommentar ein:

    1. Ich finde die Geschäftsidee und den dahinter stehenden Mehrwert für die Beteiligten sehr gut.

    2. Rechtliche Bedenken bei einem Reisebüro wegen der Empfehlung des Dienstes ist natürlich absolut absurd, da das Reisebüro selbst bei einer vermittelten Reiseleistung kein Stornopool-Vertragspartner ist.

    3. Reisebüros, die per Infox Informationen von Leistungserbringern erhalten, sollten schon diese Informationen auch verarbeiten können. Ich weiß, dass mitunter Informationen von niedriger Relevanz dabei ist, aber die oben gemachte Aussage zeigt leider nur zu deutlich, welch schwaches Informations-Management in Reisebüros häufig vorzufinden ist.
    Gute organisierte Reisebüros setzen zum besseren Informations-Management z.B. ein Intranet ein. Da die Infox in Papierform per Post kommt, müssen natürlich die Informationen ggf. in ein Intranet eingepflegt werden. Aber wie schon das Beispiel oben zeigt, wäre damit schon mindestens ein zufriedener Kunde mehr möglich gewesen. Wer wissen will, wie man so etwas sinnvoll und kostengünstig aufbaut, dem stehe ich gerne zur Verfügung.

    4. Das Beispiel der Yachtcharter Agentur zeigt, dass eine solche Vorgehensweise im Zweifelsfall sogar zusätzliche Einnahmen generieren kann. Der Storno-Kunde muss nur 50% zahlen, der Neu-Kunde bekommt 40% Nachlass und das Reisebüro verdient 10%. Warum nicht?

    5. Wer heutzutage ernsthaft ohne Reiserücktrittsversicherung eine teure Reise bucht und sich wundert, das ausgerechnet er gerade dann krank wird, dem kann nicht geholfen werden. Ich möchte gerne meinen 12 Jahre alten Wagen bei ihm in der Werkstatt abgeben und sagen, dass alle Reparaturen doch noch auf der 36-Monate-Garantie laufen.
    Ich bin sehr für mehr Service in der Touristik. Aber hier liegt ein vollkommen falsches Verständnis von Service vor.

    Viele Grüße
    Sven Maletzki

  11. Jens Kasper

    Hallo Sven. Danke für deinen Kommentar. Ich habe die Reise in letzter Minute doch angetreten trotz Risiken für meine Gesundheit. Bis auf etwas mehr Sonnenbrand als gewöhnlich, habe ich diese 14 Tage in Ägypten am Rotem Meer genossen.

    Weißt aber was mich verwundert hat?? Hatte dort auch einen Urlauber aus Leipzig kennengelernt, der ganau um diese Zeit in dassekbe Hotel wollte. Dieser hatte dann mit Hängen und Würgen für eine Wocha AI denselben Preis zahlen müssen, wie ich für 14 Tage. Meine Meinung ist doch nur, dass ein Reisebüro mehr Initiative aufbringen könnte um den Geschädigten (bzw. ohne Rücktrittsversicherung) und den neuen interessierten Touristen helfen könnte. Menno, wir leben im 21, Jahrhundert – prahlen vom Multimedia und www. Beschämend sowas das man nicht die vielfältigsten Möglichkeiten einer Weitervermittlung nutzt. Aber das macht ja „Arbeit“ *fg* Das Wort „Service“ wird wohl in einigen Branchen unterschiedlich interpretiert.

    Ende gut alles gut. Ich und meine Lebenspartnerin haben einen tollen Urlaub gehabt. Stimmt Sven, beim nächsten mal bin ich schlauer. Aus Fehlern lernt man heißt es ja. Freundliche Grüße Jens Kasper