Wer ist vorm im Online-travel?

.. und weiter geht’s in der Zusammenfassung des heutigen Kongresstages. Wer hat die Pole Position im Internet? Darüber diskutierten neben Hakan Öktem (Holidaycheck) und Jens Uwe Parkitny (Expedia) auch die Online-Verantwortlichen von Thomas Cook, Andreas Schräder und TUI, Michael Ohm.

Parkitnys Aussage war eindeutig: Wir sind die aller aller größten und besten. Mindestens. Wettbewerb ist super und spornt uns nur an, noch besser auf die Bedürfnisse unserer eh schon glücklichen Kunden einzugehen. Expedias USP bestehe v.a. in der Click&Mix-Technik (bringt 40% des Umsatzes), „die mittlerweile auch auf vielen Sites von Wettbewerbern läuft“. Das nenn ich unique! Und natürlich in der ständig superoptimierten Usability der eigenen Website.
Hotelbewertungen gibt’s seit einigen Monaten bei Expedia (nur von eigenen Kunden, was der Glaubwürdigkeit zugute kommt), in Frankreich experimentiere man mit weblogs, so Parkitny.

Schön war die Begründung auf die Frage, was TUI.com zum Online-Marktführer mache: „Wir sind offline Marktführer, ich wüsste keinen Grund, warum wir das nicht auch online sein sollten“, so TUI-Mann Ohm. Ansonsten liegt Ohm in Sachen web2.0 auf einer Wellenlänge mit seinem Chef: Geplant ist v.a., den vielen Content, den TUI als Veranstalter eh habe, unter die Leute zu bringen. That’s web2.0.
Andreas Schräder hatte ein paar Zahlen seines jüngst gelaunchten vollwertigen Online-Reisebüros Thomascook.de parat:

  • 60% der verkauften Reisen kommen vom eigenen Konzern. Die Steuerungsmöglichkeit der Traveltainment-engine funktioniert also ;-)
  • Der Umsatz der ersten Woche war doppelt so hoch wie in der Vorwoche

Schräder sieht die Online-Reisebüros mittelfristig (2-3 Jahre) stärker wachsen als die Veranstalter, was er v.a. auf die Transparenz durch das Angebot mehrerer Veranstalter zurückführt.

Klarer Gewinner der Runde war jedoch Hakan Öktem von Holidaycheck: „Wir haben mit unseren Hotelbewertungen bereits seit 7 Jahren user generated content“ und damit einen respektablen Vorsprung. Diesen Vorsprung sieht er auch keinesfalls durch die geplanten – oder zumindest angekündigten – Dienste der Wettbewerber gefährdet, da viele weitere Anwendungen in der pipeline seien (u.a. für’s Handy). Außerdem weist er auf einen ganz entscheidenen Punkt hin:

Eine community kann man nicht kaufen.

Da wird es auch nichts helfen, wenn z.B. Thomascook mit einem „mittlerem Marketingaufwand“ das konzerneigene travelwiki bekannt machen will. Gleiches dürfte für Expedia & Co. gelten.

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3 Reaktionen zu “Wer ist vorm im Online-travel?”

  1. Bodenseepeter

    Wenn man eine Community nicht kaufen kann, was war dann das hier?

  2. Nic

    Rein fiskalisch kann man natürlich eine community kaufen, klar. Kein Problem.
    In diesem Fall liegt der Fokus allerdings darauf, dass man eine community nicht künstlich (=mit viel Geld) „erzeugen“ kann, sondern dass eine community aus sich selbst heraus motiviert sein muß.

  3. Gutes von Morgen

    Podcast Tourismus…

    Podcasting im Tourismus soll ein neuer Trend sein, habe ich heute gehört. Ich weiss zwar was Podcasts sind, aber so richtig erschliesst sich mir der Sinn dahinter nicht. Ein Podcast ist schlicht gesagt ein Audio-File (z.B. MP3) mit beliebigen Info…